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PNP 10.03.2020

 

"PS nicht mehr das entscheidende Kriterium"

Bei der Motorradmesse des MSC Zeilarn in der Rottgauhalle treffen Genussfahrer und Geschwindigkeitsfans aufeinander

Stefan Mikschl (links) mit seinem Team (von links) Luisa Watzinger, Manuel Prinz und Christian Becker präsentierten das ganze Angebot des Eggenfeldener Motorradhändlers – hier eine Suzuki V-Strom.

Eggenfelden. Die große Motorradschau des MSC Zeilarn in Eggenfelden ist alle zwei Jahre ein "Muss" für alle, die lieber auf zwei als auf vier Rädern unterwegs sind – wobei die zwei Räder ordentlich motorisiert sein sollen. Zumindest wurde das bei der Bikermesse am Wochenende wieder deutlich: Ein paar PS mehr dürfen es schon sein, aber auch auf die Ausstattung mit modernster Technik wird großer Wert gelegt.

So kamen an beiden Tagen wieder Besucher aus ganz Südbayern in die Rottgauhalle, auch aus Oberösterreich wurde angefahren – allerdings nicht auf dem Bike, denn das steht bei den allermeisten Motorradfahrern noch wettergeschützt in der Garage. Also musste das Auto herhalten für die Fahrt nach Eggenfelden, die stilechte "Kutte" wurde dann vor der Halle aus dem Kofferraum geholt.

Freuten sich über den Erfolg der Messe: Vereinsvorsitzender Daniel Wager (links) und sein Stellvertreter Sandro Erber vom MSC Zeilarn, der die Messe veranstaltet.

Kunden legen Wert auf Komfort. Dass die Messe überhaupt stattfand, war zeitweise fraglich, denn das Corona-Virus warf auch hier seine Schatten voraus: "Wir haben versucht, uns zu informieren, aber letztendlich hat man uns am Landratsamt gesagt, wir müssen das selbst entscheiden", berichtet Daniel Wagner, Vorsitzender des MSC Zeilarn. Der Verein hat die Messe auch heuer wieder organisert. Letztendlich habe man sich nach gründlicher Überlegung dafür entschieden, die Messe abzuhalten, denn verschieben könne man sie nicht und es gäbe ja auch Verpflichtungen, die der Verein als Veranstalter zu erfüllen habe.

Franz Schemmer (li.) ist begeistert von der Ducati, die ihm Max Birkeneder (Motorrad Holzleitner) zeigt.

Bei den Bikern sah man das wohl ähnlich, der Besucherzustrom war nicht viel geringer als in früheren Jahren und renommierte Aussteller nutzten die Gelegenheit, neue Modelle zu präsentieren. So auch Stefan Mikschl, einer der großen Aussteller auf der Messe, der neben seiner Hauptmarke Suzuki auch andere bekannte Namen der Branche vertritt. Was ihm auffällt: "Die Kunden sind im Schnitt etwas älter geworden. Sie legen Wert auf Komfort, weil sie nicht rasen, sondern schöne und gerne auch längere Touren fahren wollen", berichtet er. Bequeme Sitzposition, Tempomat, digitale Anzeigen – das sei in der Oberklasse schon Standard, ruhiger Motorlauf sei gefragt. "Allgemein wird Wert auf Sicherheit gelegt", sagt Stefan Mikschl, der auch erkannt hat, dass sich die Hersteller diesem Trend angepasst haben: "Hohe PS-Zahl – das ist heute nicht mehr das entscheidende Kriterium", da ist er sich sicher. Aber auch diejenigen, die Wert legen auf große Kraft, kommen nicht zu kurz: bei Mikschl steht eine Suzuki V-Strom 1050XT – mit 107 PS sind deutlich über 200 km/h kein Problem.

Fotograf Siegfried Hauser ist seit Jahrzehnten an den Rennstrecken der Welt unterwegs. Bekannt wurden seine Bilder vom Speedwayfahrer Egon Müller, der in der 80er Jahren ein Rennen nach dem anderen gewann.

Wer es noch zwei Portionen kräftiger will, wurde am Stand des Motorradhauses Holzleitner fündig: Durch die ganze Halle zu hören ist der Sound einer Ducati V4 S. 215 PS sind hier verbaut, die Höchstgeschwindigkeit ist nicht abgeriegelt, über 300 Stundenkilometer sind spielend erreichbar. Aber wer braucht so etwas eigentlich? Verkaufsberater Max Birkeneder muss nicht lange überlegen: Fahrer, die mit solchen Maschinen gerne einmal auf richtigen Rennstrecken fahren, sind unter den Kunden, auch Sammler, die bereit sind, den Preis von 22000 Euro zu bezahlen und sich dann einfach nur über die schöne Ducati freuen, weil sie zu den "Sternstunden" des Motorradbaus gehört. "Und außerdem ist es doch so, dass man das gar nicht ausfahren muss. Es erfreut schon, wenn man weiß, dass man könnte, wenn man wollte", erkärt Franz Schemmer aus Wurmannsquick schmunzelnd, der selbst ein großer Freund italienischer Motorräder ist. Seit 50 Jahren ist er "Biker", dass er im Austrag als Landwirt etwas mehr Zeit hat, freut ihn und der Messebesuch ist für ihn ein Pflichttermin.

Fährt das Motorrad der Zukunft mit Strom? René Fleck von "Fleck Machines" in Pfarrkirchen zeigt ein auf Elektroantrieb umgerüstetes Beiwagen-Motorrad. −Fotos: hl

Immer noch gut im Geschäft sind, das wird beim Gang durch die Halle deutlich, die Anbieter der schicken Roller im Retro-Style, gerne dürfen die auch elektrisch angetrieben sein. Und auch die "125er", die schon fast aussieht wie ein echtes Motorrad, ist bei jungen Leuten gefragt. MSC-Vorsitzenden Daniel Wagner freut das, denn: "Wenn man mit kleineren Zweirädern beginnt, ist man später, wenn die Maschinen größer werden, doch sicherer unterwegs".− hl

 

 

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